SoaringBuddy — Die Thermik App feiert ihr Comeback

Der Produktname SoaringBuddy hat bereits im Jahr 2017 für Aufmerksamkeit in der Fliegerszene gesorgt. Fachartikel im Aerokurier und ein professioneller Auftritt auf der AERO in Friedrichshafen präsentierten die Thermik App und ihre Funktionen. Doch dann wurde es still — bis heute. SoaringBuddy feiert nun sein Comeback und hat einen riesen Schwung an innovativen Funktionen an Bord.
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Auf den Punkt gebracht — Was ist SoaringBuddy?

„Soaring“ ist der englische Begriff für „aufsteigen, hochfliegen und schweben“ und wird im Kontext des Segel- und Gleitschirmfluges verwendet. Das Aufsteigen wird durch sogenannte Thermik erzielt, indem der Pilot aufsteigende und warme Luftmassen umkreist und mit diesen aufsteigenden Luftmassen hochgleitet. Was sich für nicht Piloten erstmal sehr kompliziert anhört, ist für Fluganfänger und Rookies ebenfalls mit viel Übung und Erfahrung verbunden, denn Thermik ist, ähnlich wie Wind, nicht sichtbar.

Dazu haben wir den SoaringBuddy erfunden, eine App für Smartphones, die auf Basis eines Algorithmus mit den Sensoren im Smartphone, Thermik erkennt und dem Piloten durch eine Art Navigation hilft, mit der Thermik aufzusteigen und somit in der Luft zu bleiben. Das Besondere: Der Assistent funktioniert auf der reinen Basis als App und braucht daher keine Verbindung zu Variometern oder anderen Fluginstrumenten im Cockpit. Herunterladen, installieren und losfliegen.

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Die erste Präsentation in der Öffentlichkeit

Blicken wir zurück auf April 2017 — es läuft die AERO Messe in Friedrichshafen. Eine der „place to be“ — Flugmessen in Deutschland, die jedes Jahr von internationalen Fachgästen besucht wird. Hier treffen sich nahezu alle Flugformen aus privater und kommerzieller Flugbranche. Auf dieser Messe präsentierten wir zum ersten Mal den SoaringBuddy als Weltneuheit für den Thermikflug.

Das Interesse war riesig, genauso wie die Skepsis mancher erfahrener Piloten. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch in den letzten Zügen unserer Entwicklung, konnten das Produkt aber schon in seinen Funktionen demonstrieren und vorstellen. Die Messe war eine super Gelegenheit um mit vielen Piloten und Flugbegeisterten zu sprechen und sich auszutauschen. Dadurch konnten wir bereits eine Menge Anregungen mitnehmen, die wir auch mit auf unsere Entwicklungsagenda genommen haben.

Der SoaringBuddy im Live-Flug

Noch im Sommer des selben Jahres ging es für den SoaringBuddy zum ersten Mal in die Lüfte. Mit der ersten Testversion starteten wir am Flugplatz Arnsberg und einer Katana DV20. Zugegeben — kein Segelflugzeug aber durch den Motorantrieb konnten wir verschiedene Flugszenarien darstellen und das Flugzeug dort positionieren, wo wir es brauchten.

Auch wenn die Katana nicht annähernd die Gleitzahl eines optimierten Segelflugzeuges hat, konnten wir trotzdem ein paar Thermiken anfliegen.

Nach den Flügen hatten wir eine Menge Testdaten und Messreihen, um zu analysieren was die App auf Basis des entwickelten Algorithmus an Thermik-Analyse berechnet. Die Messungen und Berechnungen waren sehr zuverlässig, stimmig und passten mit den Werten aus einem echten Variometer überein. Jedoch mussten wir eine Komplikation feststellen, die das Projekt maßgeblich beeinflusst: In der ersten Version sollte die App auch ein integriertes akustisches Variometer anbieten. Die App hatte somit folgenden Prozess zu beschreiten: Daten messen aus 3 Sensoren — Daten im Algorithmus analysieren und Steigwerte ermitteln — an das Variometer geben und eine akustische Tonfrequenz ermitteln und ausgeben — ermittelten Steigwert visuell in der App darstellen. Dieser Prozess arbeitet permanent im Flug mit hunderten von Flugdaten in der Sekunde. Da der Rechenchip im Smartphone aber von der Leistung begrenzt ist, brauchte der o.g. Prozess 3 Sekunden — eine Verzögerung, die man sich in der Fliegerei nicht leisten darf. Man stelle sich vor, man drückt die Nase des Flugzeugs nach unten und erst 3 Sekunden später reagiert das Smartphone. Das Projekt schien gescheitert, da wir mit den Prozessoren der Smartphone Hersteller arbeiten mussten.


Das Projekt umgedacht durch Corona-Auszeit

Es vergingen leider ein paar Jahre, in der wir immer wieder über Lösungsansätze nachgedacht haben. Piloten und Messekontakte von der AERO riefen uns immer wieder an und erkundigten sich über den Stand, was uns zeigte, dass wir auf das richtige Interesse gestoßen sind. Dazu kam die finanzielle Herausforderung, da SoaringBuddy aktuell noch ein Freizeitprojekt ist und wir zwischenzeitlich auch “unsere Brötchen verdienen mussten”.

Anfang des Jahres 2020 dann die Schlagzeile zu Corona. Entsprechende Maßnahmen führten zu mehr Zeit, da Reisetätigkeiten und Termine weggefallen sind. Gleichzeitig wurde der Kopf und die Gedanken wieder frei, was die Folge aus der, ich nenne sie, Corona-Auszeit war. Plötzlich war der Gedanke da, dass wir den oben beschriebenen Prozess einfach verkürzen. Warum ein akustisches Variometer in die App einbauen, obwohl jeder Pilot eines an Bord hat? Die Darstellung von akustischen Steigwerten kostete uns viel Rechenleistung im Prozessor.

Schließlich wurde die Zeit produktiv genutzt und der neue Ansatz umgesetzt. Dabei haben wir direkt auch auf eine neue Entwicklungstechnologie (ReactNative) gesetzt, mit der wir zukünftig auch schnell eine Version für Android Smartphones zur Verfügung stellen können.

Parallel dazu kam auch der Gedanke, dass wir zu unsere App auch eine passende kleine Sensorbox bauen. Diese kann noch mehr Sensoren beinhalten und die Prozessorleistung können wir selber bestimmen. Eine solche Sensorbox funkt dann über Bluetooth Low Energy (BLE) die ermittelten Werte in Echtzeit an die SoaringBuddy App. Die bauen wir gerade mit Hilfe von 3D-Druckverfahren und Mini-Platinen.

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Das Comeback der Thermik-App

Durch die neu gewonnenen Erkenntnisse und Ansätze bekam das Projekt wieder eine Perspektive. Die Weiterentwicklung wurde nun gestartet und läuft parallel zu diesem Artikel. Zukünftig arbeiten wir an zwei Ausprägungen der Anwendung. Zum Einen planen wir weiterhin SoaringBuddy als reine App anzubieten getreu unserem Motto: Herunterladen, Installieren und Fliegen. Hier ergibt sich weiterhin die Chance durch immer moderner werdende Smartphones mit schnelleren Prozessoren zu arbeiten.

Zum Anderen planen wir eine Art “Pro Version” mit der oben beschriebenen Sensorbox. Durch die eigene Zusammenstellung von Sensoren, können wir noch viel mehr Werte im Flug ermitteln, wie z.B. Feuchtigkeitswerte. Durch diese eigene Konfiguration, können wir unabhängig der Smartphone-Sensoren noch professionellere und umfangreichere Funktionen für die Thermik-Analyse anbieten.

Zusätzlich sind wir auch im Bereich Investor-Relations aufgestellt und arbeiten an einer Finanzierung des Projektes, damit wir noch mehr schlaue und erfinderische Köpfe mit dem Projekt beschäftigen können.

Zukünftig werden wir regelmäßig über Medium und weitere soziale Netzwerke über den Forschungs- und Projektstand berichten. Bleibt also sehr gespannt! Wir freuen uns weiterhin über Anregungen, Feedback und weitere Ideen zum Funktionsumfang von SoaringBuddy. Wir sind motiviert und freuen uns bald mit Euch das Comeback von SoaringBuddy zu feiern.

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