SoaringBuddy startet die Testphase — “Captain, wir brauchen mehr Flugdaten”

Der Satz, der wie aus einem dramatischen Hollywood-Film klingt, ist in Wahrheit der Leitsatz unserer ersten praktischen Testphase für den SoaringBuddy. In diesem Artikel erläutern wir die Hintergründe und erklären das Testverfahren für unsere Piloten und erwecken vielleicht auch noch das Interesse des ein oder anderen Piloten für Testflügen.

In den letzten Monaten haben wir viel an der Software getüftelt. “Wie sammeln wir möglichst viele Flugdaten? Wie verarbeiten wir diese schnell und wie können wir den Piloten geeignete Analysen und Auswertungen zur Verfügung stellen?” Mit diesen Fragen haben wir uns in den letzten Monaten — ja wenn nicht sogar Jahren beschäftigt. Doch damit unsere Software gute und präzise Daten analysiert, braucht es entsprechende Messinstrumente und Sensoren (Hardware), welche die Daten erfassen und an die Software liefern.

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Unser erster Ansatz war es die reine Sensorik der Smartphones zu nutzen. Diese besitzen bereits entsprechende Sensoren für Druck, Beschleunigung, Geschwindigkeit und Positionierung (GPS). Die ersten Testflüge waren ernüchternd: Nach dem Start liefert das Smartphone alle drei Sekunden gerade mal einen Messwert. Das ist für die Fliegerei viel zu langsam, denn jeder Pilot weiß, was drei Sekunden Verzögerung ausmachen. Schnell musste also eine weitere Idee her, damit unsere Software noch schneller an Daten gelangt. Wir optimierten in Folge dessen die Software immer wieder und es gelang den Algorithmus so anzupassen, dass die Ermittlung von Messdaten nun schneller klappen sollte.

Parallel dazu hatte Prof. Schiffmann die Idee mit einer eigens entwickelten Sensorbox zu arbeiten. Auf einer Platine stellen wir alle benötigten Hochleistungs Sensoren zusammen und verbinden diese in einem kleinen aerodynamischen Gehäuse, welches man ggf. auch an den Flügelspitzen der Tragflächen montieren kann. Alles wurde von uns selber entwickelt und zusammengebaut. Selbst das von uns entwickelte Gehäuse drucken wir in unserem hauseigenen 3D-Drucker.

Damit haben wir SoaringBuddy in zwei Ausprägungsstufen entwickelt: Die reine erneuerte SoaringBuddy StandardSmartphone App, welche mit den immer besser werdenden Sensoren der Smartphones arbeitet und die SoaringBuddy Pro App, welche die Daten aus unserer Sensorbox erhält und möglicherweise noch mehr Flugdaten liefern kann, als die Standardversion.

Beide Versionen sind nun so vorbereitet, dass Sie im Flug getestet werden können. Und dazu benötigen wir nun Unterstützung erfahrener Segelflugpiloten.

 

Der Ablauf des Testfluges

In der ersten Testphase geht es um die reine Ermittlung der Qualität von Messdaten. Das bedeutet, wir möchten sehen, welche Version des SoaringBuddy die zuverlässigeren Daten liefert und wie sich diese Daten während des Fluges verarbeiten lassen. Der Testpilot installiert sich nur die Software auf dem Smartphone, stellt in der Pro Version noch eine Bluetooth Verbindung mit der Sensorbox her und startet die Aufzeichnung. Während des Fluges erkennt der Pilot nur, wie viele Testdaten er gesammelt hat und anhand eines Ampel-Systems, wie ausreichend die Testdaten sind. Nach der Landung beendet er die Aufzeichnung und synchronisiert den Flug bei bestehender Internetverbindung über die App.

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Die gewünschten Erkenntnisse

Wie man sich nun sicherlich denken kann gilt: Je mehr Flugdaten, desto besser. Und je mehr Thermik geflogen wird, desto besser. Wir brauchen daher gute und erfahrene Segelflieger, die uns gute Thermikflüge liefern können. Aus der Vielzahl von Flugdaten von unterschiedlichen Piloten erhoffen wir uns die Erkenntnis zu gewinnen, wie die Sensoren arbeiten. Wie viele Messpunkte erhalten wir in welcher Geschwindigkeit? Arbeiten alle Sensoren in gleicher Geschwindigkeit parallel zueinander? Diese und mehr Fragen können uns die Testflüge liefern.

Aus den Erkenntnissen können wir dann wieder ableiten, wie die spätere Thermik- und Fluganalyse aufgebaut ist. Wie gestalten wir das Interface und die Benutzeroberfläche und welche Daten sind für den Piloten am relevantesten?

Photo by Austin Distel on Unsplash

Jeder kann sich als Testpilot bewerben

Wir suchen in erster Linie für die oben beschriebene Phase 1 erfahrene Piloten, die möglichst viel Zeit in der Thermik verbringen können. Je mehr Zeit in der Thermik geflogen wird, desto mehr Messdaten erhalten wir aus der Thermik um diese zu analysieren.

Da wir für die Pro Serie nur eine begrenzte Anzahl an Prototypen der Sensorbox haben, müssen wir uns hier für einen exklusiven Kreis an Testpiloten entscheiden.

Wir sind jetzt schon dankbar für jeden Piloten, der an unserer Software mitwirkt. Daher werden wir jeden Piloten auf Wunsch mit Namen in der App verewigen und statuieren. Bewerbungen können über soaringbuddy@app-pilots.de an uns gerichtet werden.

Die E-Mail sollte folgende Informationen beinhalten: Vollständiger Name, Alter, Flugplatz (ICAO), Flugerfahrung (in Jahren oder Flugstunden), eingesetztes Flugzeug (Verein oder eigenes Flugzeug?) und eingesetztes Smartphone Modell. Zudem bleiben alle sich bewerbenden Piloten in einer exklusiven Kommunikation und Ankündigung für die weiteren Testphasen, die recht zeitnah folgen werden.

Photo by Kora Xian on Unsplash

Die erste Testphase wird uns einige Erkenntnisse zur weiteren Entwicklung von SoaringBuddy liefern. In den nächsten Schritten werden wir in Gesprächen mit Piloten die Darstellung von Thermik-Analysen diskutieren. Wir werden zudem Wünsche und Anforderungen an Funktionen von Piloten aufnehmen und mit in die Produktentwicklung einfließen lassen. So möchten wir Schritt für Schritt SoaringBuddy zu einem wichtigen und nützlichen Begleiter für Segelflug- und Gleitschirmpiloten entwickeln.

Wir freuen uns daher, wenn ihr uns auf diesem Weg weiterhin begleitet und ebenfalls an dem Produkt mitwirkt.

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